Die Sopranistin Miriam Meyer wurde in Osterode am Harz geboren. Nach dem Abitur begann
sie zunächst ein Medizinstudium in Hannover, wenig später parallel dazu ein Gesangstudium
an der dortigen Hochschule für Musik und Theater bei W. Reimer. 1997 wechselte sie
an die Musikhochschule Lübeck zu U. Bästlein, wo sie im Frühjahr 2002 ihr Diplom
mit Auszeichnung ablegte.
Wichtige Impulse ihrer Ausbildung erhielt sie zusätzlich durch die Teilnahme an verschiedenen
Meisterkursen z.B. bei Renata Scotto, Irwin Gage, Charles Spencer, Kai Wessel und
Esther de Bros.
2000-2002, noch während Ihres Studiums, war Miriam Meyer festes Ensemblemitglied
am Stadttheater Hildesheim, wo sie die Zerlina in Mozarts „Don Giovanni“, Anne in
Grigori Frids Monooper „Das Tagebuch der Anne Frank“, Marzelline in „Fidelio“ und
Christel im „Vogelhändler“ sang.
In den Spielzeiten 2002/03 bis 2007/08 war die junge Sopranistin Mitglied des Solisten-Ensembles
der Komischen Oper Berlin, wo sie unter anderem als Susanna in „Die Hochzeit des
Figaro“, Ännchen im „Freischütz“, Marcelline in „Fidelio“, Valencienne in „Die Lustige
Witwe“, Adele in „Die Fledermaus“ zur erleben war sowie in der Rolle der Katka in
der Uraufführung der Oper „Der Reiter mit dem Wind im Haar“. Neu hinzu kam in 2007/08
unter anderem Musette in „La Bohème“. Seit der Saison 2008/09 arbeitet Miriam Meyer
auf eigenen Wunsch freiberuflich, bleibt dem Haus aber als Gast in den Partien Musette
und Adele sowie als Leitmetzerin/“Rosenkavalier“ weiterhin treu. An der Komischen
Oper Berlin sang Miriam Meyer unter namhaften Dirigenten wie Michail Jurowski, Valdimir
Jurowski, Kirill Petrenko, Constantin Carydis oder Friedemann Layer.
Sie gastiert regelmäßig bei den Händelfestspielen Halle, wo sie zum Beispiel mit
großem Erfolg das Sopran-Solo in Händels „Messias“ in einer Aufführung des Choeur
des Musiciens du Louvre und der Lautten Compagney Berlin unter der Leitung von Wolfgang
Katschner sang. Ebenfalls bei den Händelfestspielen Halle übernahm sie die Partie
der Clizia in der Händel-Oper „Teseo“ in der Regie von Axel Köhler. Gastspiele der
Produktion waren bisher unter anderem beim Bayreuther Barock, in Winterthur und Potsdam
Sanssouci oder im Royal Theatre Bury St. Edmund und London zu sehen. Eine DVD der
Teseo-Produktion erschien im Frühjahr 2005. Am Hans-Otto-Theater Potsdam übernahm
sie kurzfristig die Partie der Iole in der Händel-Oper „Hercules“ unter Andreas Spering.
Unter der Leitung von Christoph Rademann sang Miriam Meyer die Sopran-Soli in zahlreichen
Konzerten mit Werken von J.S. Bach, J.L. Bach, Händel, Telemann oder Vivaldi in Zusammenarbeit
mit dem Dresdner Kammerchor sowie dem NDR-Chor unter anderem bei den Magdeburger
Telemann Festtagen, den Dresdner Musikfestspielen, der Alten Oper Frankfurt, den
Festtagen Alter Musik im Erzgebirge sowie in St. Johannis Hamburg. Verschiedene Rundfunkmitschnitte
von NDR und MDR erfolgten.
Im Rahmen der Herrenchiemsee-Festspiele 2004 gab Miriam Meyer ihr Rollendebüt als
Susanna in „Die Hochzeit des Figaro“ unter Enoch zu Guttenberg. Eine ARD-Fernsehproduktion
mit Haydns „Jahreszeiten“ sowie Konzerte mit Haydns „Schöpfung“ im Prinzregententheater
München und in der Alten Oper Frankfurt folgten. Im Sommer 2005 wirkte Miriam Meyer
in Konzerten mit Haydns „Jahreszeiten“ beim Schleswig-Holstein Musikfestival mit.
In 2006 sang sie unter Enoch zu Guttenberg im Rahmen einer Englandtournee das Sopransolo
in Mahlers 4. Sinfonie und trat dann im Sommer 2006 als Susanna wiederholt bei den
Herrenchiemsee Festspielen auf. Es folgte eine China-Tournee (u.a. Bejing Music Festival)
mit Werken von Haydn in 2009, weitere Konzerte unter Enoch zu Guttenberg sind in
2010 u.a. in der Berliner Philharmonie sowie als 1. Dame in der „Zauberflöte“ bei
den Internationalen Herrenchiemsee Festspielen geplant.
Highlights in 2007 und 2008 waren Konzerte mit Werken von J. S. Bach und D. Buxtehude
beim Internationalen Buxtehude Festival Lübeck (NDR-Rundfunkdirektübertragung in
Kooperation mit allen deutschen sowie diversen internationalen Kultursendern), beim
Musikfest Bremen, in Utrecht, Leiden und Krakau sowie CD-Produktionen im Rahmen der
Gesamtaufnahme der Buxtehude-Kantaten unter Ton Koopman mit dem Amsterdam Baroque
Orchestra & Choir. In dieser Reihe wurde die Aufnahme „Dietrich Buxtehude, Opera
Omina VII – Vokal Werke Vol. 3“ mit Miriam Meyer als Sopransolistin mit dem Echo
Klassik Preis 2009 in der Rubrik beste Chorwerk-Einspielung des Jahres (Chor/Ensemblemusik
16. - 17. Jahrhundert) accompagnato ausgezeichnet. Weitere Konzerte mit Ton Koopman
und dem Amsterdam Baroque Orchestra & Choir sind in 2011 geplant.
In 2008 sang Miriam
Meyer in einer CD-Produktion des Händel-Oratoriums „Jephta“ mit dem Dresdner Barockorchester
die Partie der Iphis (Live-Aufnahme in der Dresdner Frauenkirche). Die CD ist im
Carus-Verlag im Dezember 2008 erschienen. In 2009 wurde eine DVD mit Haydns „Jahreszeiten“
unter dem Dirigat von Enoch z. Guttenberg bei Farao herausgebracht.
Stand Mai 2010