Hilke Andersen wurde in Espoo, Finnland, geboren und wuchs zweisprachig in Deutschland
auf. Sie studierte zunächst am Schauspiel-Kolleg in Tampere, Finnland, bevor sie
ihre Gesangsausbildung bei Mayling Konga an der Hochschule für Musik und Theater
in Hannover begann, die sie mit dem Diplom zur Opernsolistin und mit dem Konzertexamen
abschloss. Des weiteren besuchte sie Meisterkurse bei Irwin Gage und Aribert Reimann.
Als besonders vielseitige Sängerin wurde Hilke Andersen in den Jahren 2003 und 2005
von der Zeitschrift „Opernwelt“ zur Nachwuchskünstlerin des Jahres nominiert.
Nach Gastengagements an der Komischen Oper Berlin und dem Stadttheater Hildesheim
gehörte sie von 2002 bis 2006 dem Ensemble des Staatstheaters Hannover an. In dieser
Zeit sang sie etliche Partien des Alt- und Mezzofaches in einer großen stilistischen
Bandbreite, von Maddalena in „Rigoletto“ bis zu Rosina in „Barbier von Sevilla“,
sowie Werke von Cavalli bis Cage. In der Spielzeit 2004/05 war sie mit großem Erfolg
in der Händel-Oper „Alcina“ als Bradamante, später auch als Ruggiero zu erleben und
in 2005/06 als Dorabella in „Così fan tutte“. An der Komischen Oper Berlin gab sie
ihr Rollendebüt als Olga in Tschaikovskys „Eugen Onegin“. Des weiteren sang sie im
Rahmen der Biennale München 2006 die Alt-Partie in der Uraufführung der Oper „WIR“.
In der Spielzeit 2006/07 gastierte sie am Staatstheater Stuttgart als Hänsel in „Hänsel
und Gretel“ sowie als 3. Dame in „Die Zauberflöte“. Letztere Rolle sang sie in derselben
Spielzeit auch an der Komischen Oper Berlin in der Inszenierung von Hans Neuenfels.
In 2007/08 war sie in Stuttgart als Mary in „Der Fliegende Holländer“, an der Komischen
Oper Berlin als Dritte Dame und Orlofsky in “Die Fledermaus“ und bei den Herrenhäuser
Festspielen als Rosina im „Barbier von Sevilla“ verpflichtet. Im Rahmen der Potsdamer
„Winteroper“ 2008 gastierte sie als Bradamante in der Händel-Oper „Alcina“ unter
der musikalischen Leitung von Andrea Marcon. 2009 wurde diese Produktion von den
Händel Festspielen Halle übernommen, wo Hilke Andersen wieder als Bradamante zu erleben
war. Bei den Schwetzinger Festspielen 2009 sang sie die Partie der Onoria in der
Händel-Oper „Ezio“ (Regie: Günter Krämer, Dirigat: Attilio Cremonesi). Außerdem gastierte
sie in der Spielzeit 2008/09 an der Niederländischen Reisoper als Fenena in Verdis
„Nabucco“ und debütierte im Herbst 2009 an der Oper Helsinki als Mrs Quickly in Verdis
„Falstaff“. An der Kölner Oper folgten 2010 Erda und Schwertleite in Wagners „Ring“.
In dieser Produktion gastierte sie im selben Jahr auch im Rahmen der Expo in Shanghai.
Bei den Internationalen Herrenchiemsee Festspielen 2010 und 2011 sang Hilke Andersen
die 3. Dame in Mozarts „Die Zauberflöte“ unter Enoch zu Guttenberg. Am Staatstheater
Stuttgart ist sie seit 2010 in der Neuproduktion von Jonathan Doves „Pinocchio“ zu
erleben. In 2011/12 kehrt Hilke Andersen als Ericlea in Monteverdis „Ulisse“ an die
Kölner Oper zurück, wo sie darauffolgend in 2012/13 als Marcellina in „Le Nozze di
Figaro“ gastieren wird. Im Sommer 2012 singt sie die Annina im „Rosenkavalier“.an
der Opéra national du Rhin in Strasbourg.
Hilke Andersen arbeitete mit Regisseuren
wie Calixto Bieito, Brigitte Fassbaender, Andreas Homoki, Peter Konwitschny, Nigel
Lowery, Anthony Pilavachi und Joachim Schlömer zusammen.
CD- und Rundfunkaufnahmen entstanden unter anderem mit den Göttinger Symphonikern
und der Radiophilharmonie des NDR unter Leitung von Chefdirigent Eiji Oue. Sie sang
das Alt-Solo in der 8. Sinfonie von Gustav Mahler unter Esa-Pekka Salonen beim Helsinki
Festival 2006 und in Stockholm. 2008 wirkte sie bei der CD-Produktion „Große Passion“
von Graun mit Hermann Max und dem „Kleinen Konzert“ mit (Ersteinspielung). In letzter
Zeit konzertierte sie beim Rheingau-Festival und bei den Internationalen Herrenchiemsee
Festspielen. 2012 singt sie am Théâtre des Champs-Elysées konzertant die Partie der
Selinda in Vivaldis „Il Farnace“ unter Diego Fasolis und ist mit Brahms’ „Altrhapsodie“
unter Enoch zu Guttenberg u.a. in der Berliner Philharmonie zu hören.
Hilke Andersen
verfügt über ein umfassendes Lied-Repertoire, wobei sie sich mit Begeisterung auch
dem Lied-Schaffen finnischer Komponisten wie Yrjö Kilpinen, Toivo Kuula, Leevi Madetoja,
Erkki Melartin oder Oskar Merikanto zuwendet.
Stand September 2011