Die Sopranistin Gudrun Sidonie Otto wurde 1979 in Rostock geboren. Sie erhielt Unterricht
in den Fächern Gesang, Violine, Klavier, Chor- und Orchesterdirigat am Robert-Schumann-Konservatorium
in Zwickau, an der Musikschule Chemnitz und an der Hochschule für Musik „Carl Maria
von Weber“ in Dresden. 1998-2004 studierte sie Gesang an der Hochschule für Musik
Franz Liszt in Weimar bei Helga Bante, Mario Hoff sowie bei Mira Zakai in Israel.
Ihre Ausbildung ergänzte sie unter anderem durch Unterricht bei Klesie Kelly, Ricarda
Merbeth, Renate Biskub, Sylvia Greenberg (Oper), sowie Dorothee Mields und Inga Virör
(Barockgesang), Margit Legler und Reinhold Kubik (Barockgestik/Stilistik), W. Kammerlander
und Julian Pike (Lied) und zuletzt bei Ingrid Figur.
Noch während ihres Studiums sang sie 2004 als Stipendiatin an der Komischen Oper
Berlin die Rolle der Iris in der Telemann-Oper „Pastorelle“ (szenische Erstaufführung)
als Partnerin von Jochen Kowalski.
Sie erhielt ihr erstes Festengagement als Solistin an den Landesbühnen Sachsen, wo
sie von 2004 bis 2006 Partien wie Zerlina, Gretel, Ännchen, Lauretta, Stasi, Anna
(Musical), Pamina (kleine „Zauberflöte“), Sorge („Faustszenen“), Iduna („Feuerwerk“)
sang sowie in Konzerten (Briefchristel/“Vogelhändler“) und Revuen zu erleben war.
In der Spielzeit 2007/08 gastierte sie an diesem Haus als Adele in “Die Fledermaus“
und Serpetta in „Die Magd als Herrin“.
Weitere Gastspiele führten sie unter anderem mit den Partien Adele und Olympia (“Les
Contes d`Hoffmann“) an die Staatsoper Hannover und als Blonde („Die Entführung aus
dem Serail“) an das Theater Würzburg. Außerdem sang sie die Titelpartie in Lortzings
„Undine“, Ännchen (“Der Freischütz“), Gretel (“Hänsel und Gretel“) am Théâtre de
Picardie/Frankreich, Theater Plauen-Zwickau, Landestheater Eisenach-Rudolstadt sowie
am Theater Annaberg und sie übernahm die Partie der Undine am Staatstheater am Gärtnerplatz
in München. Bei den Händel Festspielen Halle 2008 war Gudrun Sidonie Otto in der
Partie der Dido in Purcell’s „Dido and Aeneas“ zu erleben. Im Konzerthaus Berlin
sang sie 2008 die Rolle der Hermia in „Feenzauber“ und Blaue Fee in der Respighi-Oper
„Dörnröschen“ sowie 2010 die Popentochter (Schostakowitsch). Im November 2008 war
sie am Grand Théâtre de la Ville Luxembourg als Fortuna/Allegrezza/Venere in Giovanni
Legrenzis „Il Giustino“ zu erleben in einer Übernahme der Produktion der Schwetzinger
Festspiele 2007. Am Opernhaus Halle gastierte sie in den Spielzeiten 2007/ 08 und
2008/09 als Blonde und sprang mit dieser Partie auch an der Oper Nürnberg ein. 2009
sang sie die Titelpartie in der deutschen Erstaufführung der Oper „Gloria von Jaxtberg“
von HK Gruber in Berlin. Bei den Internationalen Herrenchiemsee Festspielen 2010
und 2011 gab sie die Papagena unter der Leitung von Enoch zu Guttenberg. 2011 sang
sie die Dalinda (Ariodante/Händel) in einer Inszenierung von Kobie van Rensburg u.a.
in München, Villach und Winterthur.
2007 war Gudrun Sidonie Otto Preisträgerin des internationalen Gesangswettbewerbs
Schloss Rheinsberg. 2008/09 war sie Stipendiatin der deutsch-österreichischen Vössen-Stiftung.
Neben ihrer Operntätigkeit ist die Sopranistin sehr aktiv im Bereich der alten Musik.
Gudrun Sidonie Otto war bisher bei Festivals wie dem Schleswig-Holstein-Musikfestival,
den Telemannfestspielen Magdeburg, den Dresdner Musikfestspielen, den Händel Festspielen
Halle, den Musikfestspielen Potsdam Sanssouci, dem Güldenen Herbst Thüringen, den
Tagen Alter Musik Regensburg, dem Europäischen Musikfest Stuttgart, der Hamburger,
Thüringer und Stuttgarter Bachwoche und dem Oregon-Bach-Festival zu Gast. In diesem
Zusammenhang arbeitete sie mit Dirigenten wie Rolf Beck, Gabriel Feltz, Robin Gritton,
Peter Gülke, Sir Neville Marriner und Helmuth Rilling. Die Ergebnisse sind auf zahlreichen
Funk- und Fernsehaufnahmen dokumentiert. 2009 führte eine Tournee mit Händels „Messiah“
unter Thomas Hengelbrock die junge Sopranistin nach Gent, Basel sowie in renommierte
Musikzentren wie Alte Oper Frankfurt, Konzerthaus Wien, Festspielhaus Baden Baden
oder Beethovenfest Bonn. Darauf folgen mehrere Tourneen als Solistin mit Thomas Hengelbrock,
u.a. mit Bachs „h-moll-Messe“ in 2010, sowie mit Werken von Bach und Zelenka in 2011.
Seit 2010 ist sie regelmäßig mit Bach-Kantaten im Konzerthaus Wien unter Luca Pianca
und wiederholt im Rahmen der Bachnacht im Gewandhaus Leipzig zu erleben. Bei den
Internationalen Herrenchiemsee Festspielen 2010 sang sie Bach-Solokantaten unter
Enoch zu Guttenberg. 2011 debütierte sie in Salzburg unter Ivor Bolton in Bachs „h-moll-Messe“
und gab außerdem mit Schumanns „Missa sacra“ ihr Debüt in Monte Carlo.
Die Live-Übertragung eines Abends mit Mozart-Solo-Arien im niederländischen Rundfunk
im Mai 2012 in Den Haag leitet die Zusammenarbeit mit The Hague Baroque Orchestra/The
New Dutch Academy unter Simon Murphy ein.
Gudrun Sidonie Otto verbindet eine enge Zusammenarbeit mit Cantus Cölln, der Salzburger
Hofmusik, dem Ensemble Amarcord und Cantus Thuringia. Kürzlich hat cpo die CD „Triumph,
Ihr Christen seid erfreut“ – Kantaten zum Osterfest von Händel und Zachow mit Gudrun
Sidonie Otto und dem Ensemble Cantus Thuringia veröffentlicht. Ihre besondere Liebe
gilt dem Szenischen Liederabend, welchen sie mit dem Hammerflügelspieler Wolfgang
Brunner pflegt. Mit diesem erschien 2009 eine Solo-CD mit Mendelssohn-Liedern bei
Hänssler-Profil. Mit dem Organisten Andreas Liebig erschien 2011 die Solo-CD „Sweet
Bird“ im SagenhapterVerlag in Koproduktion mit NDR Kultur.
Stand September 2011