Die Sopranistin Gudrun Sidonie Otto wurde 1979 in Rostock geboren.
Von 1986-1998 erhielt sie Unterricht in den Fächern Gesang, Violine, Klavier, Chor-
und Orchesterdirigieren am Robert-Schumann-Konservatorium in Zwickau, an der Musikschule
Chemnitz und an der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ in Dresden. 1998-2004
studierte sie Gesang an der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar bei Helga
Bante, Mario Hoff sowie bei Mira Zakai in Israel. Ihre Ausbildung ergänzte sie unter
anderem durch Unterricht bei Klessie Kelly, Richarda Merbeth, Renate Biskub, Sylvia
Greenberg (Oper), sowie Dorothee Mields und Inga Virör (Barockgesang), Margit Legler
und Reinhold Kubik (Barockgestik/Stilistik), W. Kammerlander und Julian Pike (Lied)
und zuletzt bei Ingrid Figur.
Noch während ihres Studiums sang sie 2004 als Stipendiatin an der Komischen Oper
Berlin die Rolle der Iris in der Telemann-Oper „Pastorelle“ (szenische Erstaufführung)
als Partnerin von Jochen Kowalski.
Sie erhielt ihr erstes Festengagement als Solistin
an den Landesbühnen Sachsen, wo sie von 2004 – 2006 Partien wie Zerlina, Gretel,
Ännchen, Lauretta, Stasi, Anna (Musical), Pamina (kleine Zauberflöte), Sorge (Faustszenen),
Iduna (Feuerwerk) sang sowie in Konzerten (Briefchristel/“Vogelhändler“) und Revuen
zu erleben war. In 2007/08 gastierte sie an diesem Haus als in Adele in “Die Fledermaus“
und Serpetta in „Die Magd als Herrin“.
Gastspiele führten sie unter anderem mit den
Partien Adele und Olympia (“Les Contes d`Hoffmann“) an die Staatsoper Hannover und
als Blonde („Die Entführung aus dem Serail“) an das Theater Würzburg. Des weiteren
sang sie die Titelpartie in Lortzings „Undine“, Ännchen (“Der Freischütz“), Gretel
(“Hänsel und Gretel“) am Théâtre de Picardie/Frankreich, Theater Plauen-Zwickau,
Landestheater Eisenach-Rudolstadt und am Theater Annaberg und sie übernahm die Partie
der Undine am Staatstheater am Gärtnerplatz in München. Bei den Händel Festspielen
Halle 2008 war Gudrun Sidonie Otto in der Partie der „Dido“ in Purcell’s „Dido and
Aeneas“ zu erleben. Im Konzerthaus Berlin sang sie in 2008 die Rolle der Hermia in
„Feenzauber“ und Blaue Fee in der Respighi-Oper „Dörnröschen“. Im November 2008 war
sie am Grand Théâtre de la Ville Luxembourg als Fortuna/Allegrezza/Venere in Giovanni
Legrenzis „Il Giustino“ zu erleben in einer Übernahme der Produktion der Schwetzinger
Festspiele 2007. Am Opernhaus Halle gastierte sie in den Spielzeiten 2007/ 08 und
2008/09 als Blonde und sprang mit dieser Partie auch an der Oper Nürnberg ein. In
2009 sang sie die Titelpartie in der deutschen Erstaufführung der Oper Gloria von
Jaxtberg von HK Gruber in Berlin. Bei den Internationalen Herrenchiemsee Festspielen
2010 wird sie ihr Debüt als Papagena unter der Leitung von Enoch zu Guttenberg zu
geben.
2007 war Gudrun Sidonie Otto Preisträgerin des internationalen Gesangswettbewerbs
Schloss Rheinsberg. In 2008/09 ist sie Stipendiatin der deutsch-österreichischen
Vössen-Stiftung.
Neben ihrer Operntätigkeit ist die Sopranistin sehr aktiv im Bereich
der alten Musik.
Gudrun Sidonie Otto war bisher unter anderem bei Festivals wie dem Schleswig-Holstein-Musikfestival,
den Telemannfestspielen Magdeburg, den Dresdner Musikfestspielen, den Händel Festspielen
Halle, den Musikfestspielen Potsdam Sanssouci, dem Güldenen Herbst Thüringen, den
Tagen Alter Musik Regensburg, dem Europäischen Musikfest Stuttgart, der Hamburger,
Thüringer und Stuttgarter Bachwoche und dem Oregon-Bach-Festival zu Gast. In diesem
Zusammenhang arbeitete sie mit Dirigenten wie Rolf Beck, Gabriel Fels, Robert Griton,
Peter Gülke, Sir Neville Marriner und Helmuth Rilling, verbunden mit zahlreichen
Funk- und Fernsehaufnahmen. In 2009 führte eine Tournee mit Händels „Messiah“ unter
Thomas Hengelbrock die junge Sopranistin nach Gent, Basel sowie an renommierte Musikzentren
wie Alte Oper Frankfurt, Konzerthaus Wien, Festspielhaus Baden Baden oder Beethovenfest
Bonn; weitere Projekte mit Thomas Hengelbrock, u.a. eine Tournee mit Bachs h-moll-Messe,
sind für 2010 und 2011 in Planung. Ebenfalls in 2010 war sie mit Bach-Kantaten im
Konzerthaus Wien unter Luca Pianca und im Rahmen der Bachnacht im Gewandhaus Leipzig
zu erleben. Bei den Internationalen Herrenchiemsee Festspielen 2010 wird sie Bach-Kantaten
unter Enoch zu Guttenberg und in 2011 unter Ivor Bolton das Sopran-Solo in J.S. Bachs
h-moll-Messe singen.
Des weiteren verbindet Gudrun Sidonie Otto eine enge Zusammenarbeit mit Cantus Thuringia,
der Salzburger Hofmusik und dem Ensemble Amarcord. In kürze wird jeweils eine CD
mit der jungen Sopranistin erscheinen.
Ihre besondere Liebe gilt dem Szenischen Liederabend, welchen sie mit dem Hammerflügelspieler
Wolfgang Brunner perfektioniert. Mit diesem erschien Anfang 2009 eine Solo-CD mit
Mendelssohn-Liedern bei Hänssler-Profil.
Stand Juli 2010